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Jahreskreis
Lesung
aus dem ersten Buch der Könige.
In jenen Tagen
7 vertrocknete der Bach, an dem sich Elíja verborgen hielt;
denn es fiel kein Regen im Land.
8Da erging das Wort des Herrn an Elíja:
9Mach dich auf und geh nach Sarépta, das zu Sidon gehört,
und bleib dort!
Ich habe dort einer Witwe befohlen, dich zu versorgen.
10Er machte sich auf
und ging nach Sarépta.
Als er an das Stadttor kam,
traf er dort eine Witwe, die Holz auflas.
Er bat sie:
Bring mir in einem Gefäß ein wenig Wasser zum Trinken!
11Als sie wegging, um es zu holen,
rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit!
12Doch sie sagte: So wahr der Herr, dein Gott, lebt:
Ich habe nichts mehr vorrätig als eine Handvoll Mehl im Topf
und ein wenig Öl im Krug.
Ich lese hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim,
um für mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten.
Das wollen wir noch essen und dann sterben.
13Elíja entgegnete ihr: Fürchte dich nicht!
Geh heim und tu, was du gesagt hast!
Nur mache zuerst für mich ein kleines Gebäck
und bring es zu mir heraus!
Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten;
14denn so spricht der Herr, der Gott Israels:
Der Mehltopf wird nicht leer werden
und der Ölkrug nicht versiegen
bis zu dem Tag,
an dem der Herr wieder Regen auf den Erdboden sendet.
15Sie ging
und tat, was Elíja gesagt hatte.
So hatte sie mit ihm und ihrem Haus viele Tage zu essen.
16Der Mehltopf wurde nicht leer
und der Ölkrug versiegte nicht,
wie der Herr durch Elíja versprochen hatte.
Kv Lass dein Angesicht über uns leuchten, GL 76,1, I. Ton
o Herr. – Kv
2Wenn ich rufe, gib mir Antwort, ∗
Gott meiner Gerechtigkeit!
Du hast mir weiten Raum geschaffen in meiner Bedrängnis. ∗
Sei mir gnädig und hör auf mein Flehen! – (Kv)
3Ihr Mächtigen, wie lange noch schmäht ihr meine Ehre, ∗
wie lange noch liebt ihr das Nichtige und sucht die Lüge?
4Erkennt, dass der Herr sich seinen Frommen erwählt hat, ∗
der Herr hört, wenn ich zu ihm rufe. – (Kv)
7Viele sagen: „Wer lässt uns Gutes schauen?“ ∗
Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten!
8Du legst mir größere Freude ins Herz, ∗
als andere haben bei Korn und Wein in Fülle. – Kv
Halleluja. Halleluja.
Euer Licht soll vor den Menschen leuchten,
damit sie eure guten Taten sehen
und euren Vater im Himmel preisen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
13Ihr seid das Salz der Erde.
Wenn das Salz seinen Geschmack verliert,
womit kann man es wieder salzig machen?
Es taugt zu nichts mehr,
außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.
14Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die auf einem Berg liegt,
kann nicht verborgen bleiben.
15Man zündet auch nicht eine Leuchte an
und stellt sie unter den Scheffel,
sondern auf den Leuchter;
dann leuchtet sie allen im Haus.
16So soll euer Licht vor den Menschen leuchten,
damit sie eure guten Taten sehen
und euren Vater im Himmel preisen.
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Heute zeigen uns die Lesungen: Gott wartet oft nicht auf Überfluss, sondern auf Vertrauen. Elija und die Witwe von Sarepta stehen beide mit leeren Händen da – und gerade dort beginnt Gottes Versorgung. Im Evangelium sagt Jesus dann, dass wir Salz und Licht sind: nicht erst, wenn wir uns stark oder vollkommen fühlen, sondern genau jetzt, in unserer Zerbrechlichkeit. Vielleicht will Gott dir heute sagen: Gib mir, was du hast, und ich werde daraus mehr machen, als du erwartest.
Die Witwe hätte leicht denken können: „Was soll mein bisschen Mehl schon bewirken?“ Doch sie handelt trotzdem. Das ist oft auch unser Kampf: Wir vergleichen uns, fühlen uns ungenügend und halten unser kleines Gut zurück. Ein modernes Beispiel: Du hast vielleicht nur zehn Minuten Zeit, ein ehrliches Wort, eine kleine Spende oder die Geduld, jemandem wirklich zuzuhören – und genau das kann für einen anderen zum Licht werden.
- Nimm dir diese Woche 5 Minuten am Abend und schreibe auf: Wo habe ich heute „nur wenig“ gehabt – und wo könnte Gott genau dort wirken?
- Tu einer Person bewusst etwas Kleines Gutes: eine Nachricht, ein Anruf, ein stilles Gebet, eine praktische Hilfe.
- Lies Mt 5,13–16 noch einmal langsam und frage dich: Wo verstecke ich mein Licht unter dem „Scheffel“ aus Angst, Müdigkeit oder Selbstzweifeln?
1. Wo erlebe ich im Moment Mangel, Angst oder innere Leere?
2. Was wäre mein „kleines Mehl und Öl“, das ich Gott heute anvertrauen kann?
3. Wo bin ich eingeladen, Salz oder Licht für andere zu sein?
4. Was hindert mich daran, zu glauben, dass Gott durch das Kleine wirkt?
5. Welchen konkreten Schritt will ich diese Woche gehen, um mein Licht nicht zu verstecken?
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