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Jahreskreis
Lesung
aus dem Buch Jesája.
1Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir.
Denn der Herr hat mich gesalbt;
er hat mich gesandt,
um den Armen frohe Botschaft zu bringen,
um die zu heilen, die gebrochenen Herzens sind,
um den Gefangenen Freilassung auszurufen
und den Gefesselten Befreiung,
2um ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen,
einen Tag der Vergeltung für unseren Gott,
um alle Trauernden zu trösten,
3aden Trauernden Zions
Schmuck zu geben anstelle von Asche,
Freudenöl statt Trauer,
ein Gewand des Ruhms statt eines verzagten Geistes.
Kv Von der Huld des Herrn GL 401, VI. Ton
will ich ewig singen. – Kv
2Von der Huld des Herrn will ich ewig singen, ∗
von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue
verkünden.
3Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet, ∗
im Himmel deine Treue gefestigt. – (Kv)
20aEinst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen: /
4„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten ∗
und David, meinem Knecht, geschworen:
5Auf ewig gebe ich deinem Haus festen Bestand ∗
und von Geschlecht zu Geschlecht gründe ich deinen Thron. – (Kv)
21Ich habe David, meinen Knecht, gefunden ∗
und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.
22Fest wird meine Hand ihn halten ∗
und mein Arm ihn stärken. – (Kv)
25Meine Treue und meine Huld sind mit ihm ∗
und in meinem Namen erhebt er sein Haupt.
27Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, ∗
mein Gott, der Fels meiner Rettung.“ – Kv
Halleluja. Halleluja.
Der Herr hat mich gesandt,
den Armen die frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
1In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus
und sandte sie zu zweit vor sich her
in alle Städte und Ortschaften,
in die er selbst gehen wollte.
2Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß,
aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte,
Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
3Geht!
Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
4Nehmt keinen Geldbeutel mit,
keine Vorratstasche und keine Schuhe!
Grüßt niemanden auf dem Weg!
5Wenn ihr in ein Haus kommt,
so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!
6Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt,
wird euer Friede auf ihm ruhen;
andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
7Bleibt in diesem Haus,
esst und trinkt, was man euch anbietet;
denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert.
Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
8Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt,
so esst, was man euch vorsetzt.
9Heilt die Kranken, die dort sind,
und sagt ihnen:
Das Reich Gottes ist euch nahe!
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Heute hören wir, wie Gott Menschen nicht zuerst mit Sicherheit, sondern mit Sendung erfüllt. In Jesaja wird der Gesalbte gesandt, den Armen, Gebrochenen und Gefangenen Hoffnung zu bringen; im Evangelium sendet Jesus seine Jünger genau so aus: ohne Vorrat, ohne Kontrolle, aber mit Frieden. Die Botschaft ist klar: Gottes Reich kommt nicht durch Macht, sondern durch eine Nähe, die heilt, tröstet und befreit. Vielleicht fragt Gott dich heute nicht zuerst: „Was hast du?“, sondern: „Bist du bereit, dich senden zu lassen?“
Das Evangelium ist erstaunlich ehrlich: Jesus verschweigt die Gefahr nicht. Wer ihm folgt, wird nicht immer auf offene Türen stoßen, und doch ist die Aufgabe nicht Angst, sondern Frieden zu bringen. Das ist auch heute aktuell: Vielleicht bist du im Büro, in der Familie oder online oft versucht, dich zu schützen, zu erklären oder dich zurückzuziehen — aber Christus sendet dich, ruhig und klar, als Träger seines Friedens. Antonius von Padua zeigt uns, dass ein heiliger Mensch nicht laut sein muss, um wirksam zu sein; seine Worte trugen, weil sie aus Gebet und Armut kamen.
- Nimm dir heute 5 Minuten und schreibe auf: Wo in meinem Leben gibt es gerade „gebrochene Herzen“ oder „Gefangenschaften“?
- Suche diese Woche bewusst einen Menschen auf, dem du Frieden bringen kannst: mit einer Nachricht, einem Anruf oder einem ehrlichen Zuhören ohne Ratschläge.
- Verzichte einen Tag lang auf etwas, das dir Sicherheit gibt, und frage dich dabei: Vertraue ich mehr auf meine Mittel oder auf den Herrn der Ernte?
1. Wo spüre ich gerade in meinem Leben Armut, Bruch oder innere Gefangenschaft?
2. Welche Form von Frieden bringe ich normalerweise in meine Beziehungen — und welche nicht?
3. Wem sende ich mich heute innerlich von Gott her zu: einer bestimmten Person, Situation oder Aufgabe?
4. Was bedeutet es für mich, „ohne Vorratstasche“ zu gehen und trotzdem zu vertrauen?
5. Welchen konkreten Schritt werde ich diese Woche setzen, um Gottes Nähe sichtbar zu machen?
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