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Jahreskreis
Lesung
aus dem ersten Buch der Könige.
Als Nabot tot war,
17 erging das Wort des Herrn an Elíja aus Tischbe:
18Mach dich auf
und geh Ahab, dem König von Israel, entgegen,
der in Samária seinen Wohnsitz hat!
Er ist zum Weinberg Nabots hinabgegangen,
um von ihm Besitz zu ergreifen.
19Sag ihm: So spricht der Herr:
Hast du gemordet und auch in Besitz genommen?
Weiter sag ihm: So spricht der Herr:
An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben,
werden Hunde auch dein Blut lecken.
20Ahab sagte zu Elíja:
Hast du mich gefunden, mein Feind?
Er erwiderte: Ich habe dich gefunden.
Weil du dich hergabst, das zu tun, was dem Herrn missfällt,
21 werde ich Unheil über dich bringen.
Ich werde dich entfernen
und von Ahabs Geschlecht alles, was männlich ist,
ob unmündig oder mündig, in Israel ausrotten.
22Weil du mich zum Zorn gereizt
und Israel zur Sünde verführt hast,
werde ich mit deinem Haus verfahren
wie mit dem Haus Jeróbeams, des Sohnes Nebats,
und mit dem Haus Baschas, des Sohnes Ahíjas.
23Und über Isébel verkündet der Herr:
Die Hunde werden Isébel an der Mauer von Jésreël auffressen.
24Wer von der Familie Ahabs in der Stadt stirbt,
den werden die Hunde fressen,
und wer auf dem freien Feld stirbt,
den werden die Vögel des Himmels fressen.
25Es gab in der Tat niemand, der sich wie Ahab hergab
zu tun, was böse war in den Augen des Herrn,
da seine Frau Isébel ihn verführte.
26Sein Tun war überaus verwerflich;
er lief den Götzen nach,
ganz so, wie es die Amoríter getan hatten,
die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte.
27Als Ahab diese Drohungen hörte,
zerriss er seine Kleider,
trug ein Bußgewand auf dem bloßen Leib,
fastete, schlief im Bußgewand und ging bedrückt umher.
28Da erging das Wort des Herrn an Elíja aus Tischbe:
29Hast du gesehen, wie Ahab sich vor mir gedemütigt hat?
Weil er sich vor mir gedemütigt hat,
will ich das Unglück
nicht schon in seinen Tagen kommen lassen.
Erst in den Tagen seines Sohnes
werde ich das Unheil über sein Haus bringen.
Kv Erbarme dich unser, o Herr. – KvGL 639,1, IV. Ton
3Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, ∗
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
4Wasch meine Schuld von mir ab ∗
und mach mich rein von meiner Sünde! – (Kv)
5Denn ich erkenne meine bösen Taten, ∗
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
6abGegen dich allein habe ich gesündigt, ∗
ich habe getan, was böse ist in deinen Augen. – (Kv)
11Verbirg dein Angesicht vor meinen Sünden, ∗
tilge alle Schuld, mit der ich beladen bin!
16Befreie mich von Blutschuld, Gott, du Gott meines Heiles, ∗
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit! – Kv
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
43Ihr habt gehört,
dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben
und deinen Feind hassen.
44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde
und betet für die, die euch verfolgen,
45damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel werdet;
denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten
und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben,
welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?
Tun das nicht auch die Zöllner?
47Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt,
was tut ihr damit Besonderes?
Tun das nicht auch die Heiden?
48Seid also vollkommen,
wie euer himmlischer Vater vollkommen ist!
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Heute stellen uns die Lesungen vor eine harte, aber heilsame Wahrheit: Gott sieht nicht nur die großen Sünden, sondern auch das versteckte Verlangen nach Besitz, Macht und Genugtuung. Ahab nimmt sich, was ihm nicht gehört, und Jesus geht noch weiter: Du sollst nicht nur den Freund lieben, sondern auch den Feind. Der rote Faden ist klar: Gottes Herz ist größer als unsere Rache, größer als unsere Angst, größer als unser Bedürfnis, alles zu kontrollieren. Er ruft dich nicht zuerst zu äußerer Perfektion, sondern zu einer inneren Umkehr, die im Erbarmen beginnt.
Vielleicht kennst du das Gefühl, innerlich auf jemanden „ein Recht“ zu haben, sauer zu sein oder kalt zu bleiben. Im modernen Leben zeigt sich das oft ganz unscheinbar: ein schneidender Kommentar im Familienchat, das bewusste Ignorieren eines Kollegen, der dich verletzt hat, oder der stille Wunsch, dass der andere endlich „bekommt, was er verdient“. Jesus lädt dich ein, genau dort umzudenken: nicht das Unrecht zu leugnen, sondern es Gott zu übergeben, damit dein Herz nicht von Bitterkeit besetzt wird.
- Nimm dir heute 5 Minuten und schreibe den Namen einer Person auf, gegen die du innerlich Widerstand spürst. Bete dann ganz schlicht: „Herr, segne diese Person und heile mein Herz.“
- Lies Psalm 51 langsam und markiere ein Wort oder einen Satz, der dich trifft. Schreibe darunter: „Wo brauche ich heute Reinigung, nicht Verteidigung?“
- Tue diese Woche bewusst eine kleine, konkrete Geste der Güte für jemanden, der dich schwerfällt — eine freundliche Nachricht, ein ehrlicher Gruß oder ein stilles Gebet.
1. Wo spürst du heute in dir eher den Wunsch nach Vergeltung als nach Frieden?
2. Welche Person fällt dir schwer zu lieben, und warum?
3. Wie würde dein Alltag aussehen, wenn du wirklich glaubst, dass Gott auch den Unfairen seine Sonne scheinen lässt?
4. Wo lädt dich Jesus heute ein, nicht nur „gut genug“, sondern barmherzig zu sein?
5. Was ist ein konkreter nächster Schritt, den du heute noch gehen kannst?
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