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Jahreskreis
Lesung
aus dem zweiten Buch der Könige.
1An dem Tag,
da der Herr
Elíja im Wirbelsturm in den Himmel aufnehmen wollte,
ging Elíja mit Elíscha von Gilgal weg.
4bSo kamen sie nach Jéricho.
6Elíja aber bat Elíscha:
Bleib hier;
denn der Herr hat mich an den Jordan gesandt.
Elíscha erwiderte:
So wahr der Herr lebt und so wahr du lebst:
Ich verlasse dich nicht.
So gingen beide miteinander.
7Fünfzig Prophetenjünger folgten ihnen
und blieben dann seitwärts in einiger Entfernung stehen.
Die beiden traten an den Jordan.
8Hier nahm Elíja seinen Mantel,
rollte ihn zusammen
und schlug mit ihm auf das Wasser.
Dieses teilte sich nach beiden Seiten
und sie schritten trockenen Fußes hindurch.
9Als sie drüben angekommen waren, sagte Elíja zu Elíscha:
Sprich eine Bitte aus,
die ich dir erfüllen soll, bevor ich von dir weggenommen werde!
Elíscha antwortete:
Möchten mir doch zwei Anteile deines Geistes zufallen.
10Elíja entgegnete:
Du hast etwas Schweres erbeten.
Wenn du siehst, wie ich von dir weggenommen werde,
wird es dir zuteilwerden.
Sonst aber wird es nicht geschehen.
11Während sie miteinander gingen und redeten,
erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden
und trennte beide voneinander.
Elíja fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.
12Elíscha sah es
und rief laut:
Mein Vater, mein Vater!
Wagen Israels und seine Reiter!
Als er ihn nicht mehr sah,
fasste er sein Gewand und riss es mitten entzwei.
13Dann hob er den Mantel auf, der Elíja entfallen war,
kehrte um
und trat an das Ufer des Jordan.
14Er nahm den Mantel, der Elíja entfallen war,
schlug mit ihm auf das Wasser
und rief: Wo ist der Herr, der Gott des Elíja?
Als er auf das Wasser schlug,
teilte es sich nach beiden Seiten
und Elíscha ging hinüber.
Kv Euer Herz sei stark und unverzagt. – KvGL 431, IV. Ton
20Wie groß ist deine Güte, o Herr, ∗
die du bewahrt hast für alle, die dich fürchten;
du hast sie denen erwiesen, ∗
die sich vor den Menschen bei dir bergen. – (Kv)
21Du verbirgst sie im Schutz deines Angesichts ∗
vor den Verschwörungen der Leute.
In einer Hütte bewahrst du sie ∗
vor dem Gezänk der Zungen. – (Kv)
22Gepriesen sei der Herr, /
denn er hat seine Huld wunderbar an mir erwiesen ∗
in einer befestigten Stadt.
24Liebt den Herrn, all seine Frommen! /
Seine Getreuen behütet der Herr, ∗
doch reichlich vergilt er dem, der hochmütig handelt. – Kv
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält mein Wort.
Mein Vater wird ihn lieben und wir werden bei ihm Wohnung nehmen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1Hütet euch,
eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun,
um von ihnen gesehen zu werden;
sonst habt ihr keinen Lohn
von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
2Wenn du Almosen gibst,
posaune es nicht vor dir her,
wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun,
um von den Leuten gelobt zu werden!
Amen, ich sage euch:
Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
3Wenn du Almosen gibst,
soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut,
4damit dein Almosen im Verborgenen bleibt;
und dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten.
5Wenn ihr betet,
macht es nicht wie die Heuchler!
Sie stellen sich beim Gebet
gern in die Synagogen und an die Straßenecken,
damit sie von den Leuten gesehen werden.
Amen, ich sage euch:
Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
6Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer,
schließ die Tür zu;
dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist!
Dein Vater, der auch das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten.
16Wenn ihr fastet,
macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler!
Sie geben sich ein trübseliges Aussehen,
damit die Leute merken, dass sie fasten.
Amen, ich sage euch:
Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
17Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt
und wasche dein Gesicht,
18damit die Leute nicht merken, dass du fastest,
sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist;
und dein Vater, der das Verborgene sieht,
wird es dir vergelten.
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Heute führt uns Gottes Wort an einen stillen, aber kostbaren Ort: in die Treue, die keiner sieht. Elíja und Elíscha gehen durch den Jordan, und Jesus spricht über Almosen, Gebet und Fasten im Verborgenen. Beides gehört zusammen: Gottes Kraft zeigt sich nicht zuerst im Spektakel, sondern in der verborgenen Hingabe eines Herzens, das ihm wirklich gehört. Vielleicht sagt Gott dir heute: Nicht die Größe deiner Außenwirkung zählt, sondern die Echtheit deiner Liebe.
Elíscha bleibt bei Elíja, auch als es nichts mehr zu gewinnen gibt außer der Nähe. Das ist ein starkes Bild für Jüngerschaft: Treue ohne Garantie, ohne Applaus, ohne Kontrolle. Auch Jesus lädt dich ein, nicht für die Bühne zu leben. Vielleicht kennst du das aus dem Alltag: Du hilfst jemandem, schickst eine nette Nachricht, betest kurz vor einer schwierigen Besprechung – und niemand merkt es. Genau dort kann Gott am tiefsten wirken.
- Nimm dir diese Woche jeden Tag 5 Minuten vor dem Handygebrauch, um still zu beten: „Vater, du siehst mich im Verborgenen.“
- Tue eine gute Tat, von der wirklich niemand erfahren soll: eine Spende, ein Anruf, ein aufgeräumter Küchenbereich, ein stilles Zuhören.
- Wähle einen Tag für ein einfaches Fasten, und frage dich dabei: Was suche ich sonst durch Anerkennung, Kontrolle oder Komfort?
1. Wann habe ich mich zuletzt danach gesehnt, gesehen und gelobt zu werden?
2. Wo lädt mich Gott ein, heute etwas Gutes zu tun, ohne darüber zu sprechen?
3. Wie verändert sich mein Gebet, wenn ich glaube, dass der Vater im Verborgenen wirklich zusieht?
4. Was könnte ich loslassen, damit mein Herz freier und ehrlicher wird?
5. Welchen kleinen Schritt werde ich heute konkret gehen, um im Verborgenen treu zu sein?
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