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Thursday, June 18, 2026

Donnerstag

Jahreskreis

Schriftlesungen

Erste Lesung

Sir 48, 1–14 (1–15)

Lesung

aus dem Buch Jesus Sirach.

In jenen Tagen

1 stand Elíja auf, ein Prophet wie Feuer,

sein Wort brannte wie eine Fackel.

2Er ließ über sie eine Hungersnot hereinbrechen

und verringerte sie mit seinem Eifer;

3durch das Wort des Herrn verschloss er den Himmel,

ebenso ließ er dreimal Feuer herabfallen.

4Wie wurdest du verherrlicht, Elíja, durch deine Wunder!

Wer wird sich gleich dir rühmen können?

5Der einen Verstorbenen auferweckt hat vom Tod

und aus dem Hades durch ein Wort des Höchsten;

6der Könige in die Vernichtung geführt hat

und Berühmte weg von ihrem Lager;

7der am Sínai eine Zurechtweisung hört

und am Horeb Urteile der Vergeltung;

8der Könige salbt zur Vergeltung

und ihm nachfolgende Propheten;

9der mit einem Wirbelsturm aus Feuer hinweggenommen wurde

in einem Wagen mit feurigen Pferden;

10der aufgeschrieben ist

für Zurechtweisungen für künftige Zeiten,

um den Zorn vor dem Ausbruch zu besänftigen,

um das Herz des Vaters dem Sohn zuzuwenden

und um die Stämme Jakobs aufzurichten.

11Selig, die dich gesehen haben

und die in Liebe entschlafen sind;

denn auch wir werden gewiss leben.

12Elíja – er wurde vom Wirbelsturm verhüllt

und Elíscha wurde mit seinem Geist erfüllt;

zu seiner Zeit

wurde er von keinem Herrscher ins Wanken gebracht

und niemand hatte Macht über ihn.

13Kein Wort ging über seine Kraft

und noch im Tod hat sein Leib prophezeit.

14In seinem Leben hat er Wunder getan

und im Tod waren seine Werke erstaunlich.

Antwortpsalm

Ps 97 (96), 1–2.3–4.5–6.7–8 (Kv: 12a)

Kv Freut euch am Herrn, ihr Gerechten! – KvGL 56,1, V. Ton

1Der Herr ist König. Es juble die Erde! ∗

Freuen sollen sich die vielen Inseln.

2Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, ∗

Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Thrones. – (Kv)

3Feuer geht vor ihm her, ∗

verzehrt seine Gegner ringsum.

4Seine Blitze erhellen den Erdkreis, ∗

die Erde sieht es und bebt. – (Kv)

5Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, ∗

vor dem Angesicht des Herrn der ganzen Erde.

6Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, ∗

seine Herrlichkeit schauen alle Völker. – (Kv)

7Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, /

die sich der Götzen rühmen. ∗

Vor ihm werfen sich alle Götter nieder.

8Zion hört es und freut sich, ∗

Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Urteile. – Kv

Freut euch am Herrn, ihr Gerechten!

Ruf vor dem Evangelium

Vers: Röm 8, 15bc

Halleluja. Halleluja.

Ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,

in dem wir rufen: Abba, Vater!

Halleluja.

Evangelium

Mt 6, 7–15

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

7Wenn ihr betet,

sollt ihr nicht plappern wie die Heiden,

die meinen,

sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

8Macht es nicht wie sie;

denn euer Vater weiß, was ihr braucht,

noch ehe ihr ihn bittet.

9So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel,

geheiligt werde dein Name,

10dein Reich komme,

dein Wille geschehe

wie im Himmel, so auf der Erde.

11Gib uns heute das Brot, das wir brauchen!

12Und erlass uns unsere Schulden,

wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben!

13Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern rette uns vor dem Bösen!

14Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt,

dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

15Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt,

dann wird euch euer Vater

eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron

Betrachtung

Feuer, Vertrauen und ein offenes Herz

Heute stellen uns die Lesungen zwei starke Bilder vor Augen: Elija, der Prophet wie Feuer, und Jesus, der uns das Vaterunser schenkt. Beide zeigen uns, dass Gott nicht fern und schweigsam ist, sondern lebendig, gegenwärtig und wirkkräftig. Aber seine Kraft zeigt sich nicht nur in Wundern oder großen Worten, sondern auch in einem Herz, das sich dem Vater anvertraut und andere nicht festhält in Schuld. Gott will heute dein Gebet vereinfachen und zugleich vertiefen: weniger leeres Reden, mehr kindliches Vertrauen; weniger Härte, mehr Vergebung.

Beten wie ein Kind

Jesus korrigiert nicht das Beten an sich, sondern die Versuchung, Gott mit vielen Worten zu beeindrucken. Das Vaterunser ist kein Text zum Herunterleiern, sondern ein Weg, innerlich neu geordnet zu werden. Vielleicht kennst du das aus dem Alltag: Du schreibst eine lange Nachricht, weil du etwas unbedingt erklären willst, und merkst erst später, dass ein ehrliches „Ich brauche dich“ viel wahrer gewesen wäre. So ist auch das Gebet: schlicht, wahr, offen.

In die Praxis umsetzen

- Nimm dir diese Woche einmal 5 Minuten mittags und bete das Vaterunser langsam, Satz für Satz. Nach jeder Bitte halte kurz inne und frage: „Was bedeutet das heute für mich?“

- Schreibe den Namen einer Person auf, der du innerlich etwas vorhältst. Bete jeden Tag einmal bewusst für sie und entscheide dich für einen kleinen Schritt der Versöhnung.

- Lege morgens beim Aufstehen deine größte Sorge Gott hin, ohne sie zu „erklären“. Sage nur: „Vater, du weißt, was ich brauche.“

Nachdenken und ins Tagebuch schreiben

1. Wo erlebe ich in mir eher Unruhe und viele Worte als Vertrauen?

2. Welche Bitte des Vaterunsers spricht mich heute am stärksten an — und warum?

3. Wem muss ich vielleicht vergeben, damit mein Herz freier wird?

4. Was würde sich in meinem Alltag ändern, wenn ich wirklich glaube, dass der Vater weiß, was ich brauche?

5. Welchen konkreten Schritt will ich heute gehen, um mein Gebet ehrlicher zu machen?

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