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Jahreskreis
Lesung
aus dem zweiten Buch der Chronik.
17Nach dem Tod des Priesters Jojáda
kamen die führenden Männer Judas zum König
und warfen sich vor ihm nieder.
Dieser hörte damals auf sie,
18sodass sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verließen
und die Kultpfähle und Götzenbilder verehrten.
Wegen dieser Schuld
kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem.
19Der Herr schickte Propheten zu ihnen,
um sie zur Umkehr zum Herrn zu bewegen,
aber man hörte nicht auf ihre Warnung.
20Da kam der Geist Gottes über Sechárja,
den Sohn des Priesters Jojáda.
Er trat vor das Volk und hielt ihm vor:
So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des Herrn?
So könnt ihr kein Glück mehr haben.
Weil ihr den Herrn verlassen habt,
wird er euch verlassen.
21Sie aber taten sich gegen ihn zusammen
und steinigten ihn auf Befehl des Königs
im Hof des Hauses des Herrn.
22König Joasch dachte nicht mehr an die Treue,
die ihm Jojáda, sein Vater, erwiesen hatte,
sondern ließ dessen Sohn töten.
Dieser aber rief sterbend aus:
Der Herr möge es sehen und vergelten.
23Um die Jahreswende zog das Heer der Aramäer gegen Joasch.
Sie drangen nach Juda und Jerusalem vor
und machten alle führenden Männer des Volkes nieder.
Ihre gesamte Beute brachte man zum König von Damáskus.
24Mit nur wenig Kriegern war das Heer der Aramäer gekommen;
aber der Herr gab ein sehr großes Heer in ihre Hand,
weil die Israeliten den Herrn, den Gott ihrer Väter,
verlassen hatten.
So vollzogen die Aramäer an Joasch das Strafgericht.
25Als sie abzogen und ihn schwerkrank zurückließen,
verschworen sich seine Diener gegen ihn
wegen der Blutschuld am Sohn des Priesters Jojáda
und erschlugen ihn auf seinem Bett.
Man begrub ihn in der Davidstadt,
aber nicht in den Gräbern der Könige.
Kv Auf ewig bewahre ich ihm meine Huld. – KvGL 60,1, VI. Ton
4„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten ∗
und David, meinem Knecht, geschworen:
5Auf ewig gebe ich deinem Haus festen Bestand ∗
und von Geschlecht zu Geschlecht gründe ich deinen Thron. – (Kv)
29Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, ∗
mein Bund mit ihm ist verlässlich.
30Sein Haus lasse ich dauern für immer ∗
und seinen Thron wie die Tage des Himmels. – (Kv)
31Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen, ∗
nicht mehr leben nach meiner Ordnung,
32wenn sie meine Gesetze entweihen, ∗
meine Gebote nicht mehr halten, – (Kv)
33dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen ∗
und ihre Sünde mit Schlägen.
34Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld, ∗
breche ihm nicht die Treue.“ – Kv
Halleluja. Halleluja.
Jesus Christus, der reich war, wurde aus Liebe arm.
Und durch seine Armut hat er uns reich gemacht.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
24Niemand kann zwei Herren dienen;
er wird entweder den einen hassen und den andern lieben
oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen
und dem Mammon.
25Deswegen sage ich euch:
Sorgt euch nicht um euer Leben,
was ihr essen oder trinken sollt,
noch um euren Leib,
was ihr anziehen sollt!
Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung
und der Leib mehr als die Kleidung?
26Seht euch die Vögel des Himmels an:
Sie säen nicht,
sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen;
euer himmlischer Vater ernährt sie.
Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
27Wer von euch kann mit all seiner Sorge
sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern?
28Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung?
Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen:
Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
29Doch ich sage euch:
Selbst Sálomo war in all seiner Pracht
nicht gekleidet wie eine von ihnen.
30Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet,
das heute auf dem Feld steht
und morgen in den Ofen geworfen wird,
wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
31Macht euch also keine Sorgen
und fragt nicht: Was sollen wir essen?
Was sollen wir trinken?
Was sollen wir anziehen?
32Denn nach alldem streben die Heiden.
Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
33Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit;
dann wird euch alles andere dazugegeben.
34Sorgt euch also nicht um morgen;
denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.
Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Heute stellen uns die Lesungen vor eine einfache, aber harte Wahrheit: Wir können nicht zugleich Gott vertrauen und unser Herz an andere Sicherheiten hängen. Joasch beginnt gut, verliert aber nach dem Tod Jojadas die innere Mitte; Angst, Menschenmeinung und Macht ersetzen die Treue. Jesus geht noch tiefer: Sorge macht uns klein, weil sie uns glauben lässt, alles hinge von uns ab. Doch der Vater kennt deine Bedürfnisse schon, bevor du sie aussprichst. Die Einladung lautet nicht Gleichgültigkeit, sondern ein ruhiges, kindliches Vertrauen: Suche zuerst das Reich Gottes, und der Rest findet seinen Platz.
Charakterstudie hilft heute besonders: Joasch zeigt, wie gefährlich es ist, wenn unser Glaube von einer Person oder einer guten Phase abhängt. Vielleicht kennst du das: Solange im Job alles läuft, bist du gelassen; sobald eine Mail vom Chef kommt, kippt dein Inneres. Jesus lädt dich ein, genau dort Gott neu zu wählen — nicht erst, wenn alles sicher ist, sondern mitten in der Unsicherheit.
- Nimm dir diese Woche jeden Morgen 5 Minuten vor dem Handy, um laut zu sagen: „Vater, ich vertraue dir heute mit …“ und nenne konkret eine Sorge.
- Schreibe auf einen Zettel drei Dinge, um die du dir oft Sorgen machst, und lege daneben eine kurze Gegenwahrheit aus Mt 6,33.
- Verzichte an einem Tag bewusst auf eine „Kontrollhandlung“ — zum Beispiel ständiges E-Mail-Checken — und nutze die frei werdende Zeit für einen kurzen Spaziergang mit Gott.
1. Wo spürst du im Moment am stärksten Angst oder inneren Druck?
2. Welche Sorge hält dich davon ab, heute frei und vertrauend zu leben?
3. Wo lädt dich Gott ein, ihm mehr zu vertrauen als deiner Kontrolle?
4. Was sagt dir das Bild der Vögel und Lilien über den Vater, den du kennst?
5. Welchen konkreten ersten Schritt wirst du heute gehen, um zuerst Gottes Reich zu suchen?
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