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Jahreskreis
Lesung
aus dem zweiten Buch der Könige.
In jenen Tagen
5 fiel der König von Assur über das ganze Land her,
rückte gegen Samária vor
und belagerte es drei Jahre lang.
6Im neunten Jahr Hoschéas eroberte er die Stadt,
verschleppte die Israeliten nach Assur
und siedelte sie in Halach, am Habor, einem Fluss von Gosan,
und in den Städten der Meder an.
7Das geschah,
weil die Israeliten
sich gegen den Herrn, ihren Gott, versündigten,
der sie aus Ägypten,
aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten,
heraufgeführt hatte.
Sie verehrten fremde Götter,
8ahmten die Satzungen der Völker nach,
die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte,
und folgten dem Beispiel, das die Könige von Israel gaben.
13Der Herr warnte Israel und Juda
durch alle seine Propheten, durch alle Seher:
Kehrt um von euren bösen Wegen,
achtet auf meine Gebote und meine Satzungen
genau nach der ganzen Weisung, die ich euren Vätern geboten
und euch durch meine Knechte, die Propheten, verkündet habe!
14Doch sie wollten nicht hören,
sondern versteiften ihre Nacken
wie ihre Väter, die nicht auf den Herrn, ihren Gott, vertrauten.
15aSie verwarfen seine Gesetze
und den Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte,
und verschmähten die Warnungen, die er an sie richtete.
18Darum wurde der Herr über Israel sehr zornig.
Er verstieß es von seinem Angesicht,
sodass der Stamm Juda allein übrig blieb.
Kv Rette uns mit deiner Rechten! – KvGL 229, I. Ton
3Gott, du hast uns verstoßen, du hast eine Bresche in uns geschlagen, ∗
du hast uns gezürnt – wende dich uns wieder zu!
4Erschüttert hast du das Land und gespalten. ∗
Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken. – (Kv)
5Hartes ließest du schauen dein Volk, ∗
du hast uns getränkt mit betäubendem Wein.
12Bist nicht du es, Gott, der du uns verstoßen hast ∗
und nicht ausziehst, Gott, mit unseren Heeren? – (Kv)
13Bring uns doch Hilfe gegen den Feind, ∗
denn die Rettung durch Menschen ist nichtig!
14Mit Gott werden wir Machtvolles tun. ∗
Er selbst wird unsere Feinde zertreten. – Kv
Halleluja. Halleluja.
Lebendig ist das Wort Gottes und wirksam.
Es richtet über die Regungen und Gedanken der Herzen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
1Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
2Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden
und nach dem Maß, mit dem ihr messt,
werdet ihr gemessen werden.
3Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders,
aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
4Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen:
Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! –
und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken!
5Du Heuchler!
Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge,
dann kannst du zusehen,
den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Die heutigen Lesungen kreisen um eine ernste, aber heilsame Wahrheit: Gott sieht nicht nur äußeres Versagen, sondern die innere Haltung des Herzens. Israel gerät ins Exil, nicht weil Gott fern wäre, sondern weil das Volk seine Warnungen überhört und sich selbst treu bleibt statt dem Bund. Im Evangelium legt Jesus den Finger genau auf dieselbe Wunde: Wir sehen schnell den Splitter im Auge des anderen, aber übersehen den Balken in unserem eigenen. Gott ruft uns heute nicht zuerst zur Anklage, sondern zur Umkehr, zur Ehrlichkeit und zur Demut.
Vielleicht ist das sehr modern: Du liest eine Nachricht, ärgerst dich über jemanden und bist sofort überzeugt, dass du recht hast. Doch Jesus lädt dich ein, einen Schritt zurückzutreten und zu fragen: Was in mir ist gerade verletzt, stolz oder unbarmherzig? Wer seinen eigenen Balken erkennt, wird nicht härter, sondern barmherziger – und genau dort beginnt echte Heilung.
- Nimm dir diese Woche jeden Abend 5 Minuten und frage dich: „Wo habe ich heute vorschnell geurteilt?“ Schreibe eine konkrete Situation auf.
- Wähle eine Person, über die du dich leicht aufregst, und bete einmal bewusst für sie, bevor du wieder mit ihr sprichst.
- Lies Mt 7,1–5 langsam und markiere ein Wort oder einen Satz, der dich trifft. Schreibe daneben: „Was will Gott mir hier zeigen?“
1. Wo merke ich in meinem Alltag am stärksten, dass ich andere schnell beurteile?
2. Welche „Balken“ in meinem eigenen Herzen tue ich mir schwer anzusehen?
3. Wie verändert sich meine Beziehung zu Gott, wenn ich zuerst mich selbst prüfen lasse?
4. Was würde sich in meinen Gesprächen ändern, wenn ich mit mehr Barmherzigkeit statt mit Urteil zuhören würde?
5. Welchen konkreten Schritt der Umkehr möchte ich diese Woche wirklich gehen?
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