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Jahreskreis
Lesung
aus dem zweiten Buch der Könige.
In jenen Tagen
9b sandte Sánherib, der König von Assur,
Boten zu Hiskíja, dem König von Juda,
um ihm zu sagen:
10 So sollt ihr zu Hiskíja, dem König von Juda, sagen:
Dein Gott täusche dich nicht, auf den du vertraust, wenn du sagst:
Jerusalem wird nicht in die Hand
des Königs von Assur gegeben werden.
11Siehe, du hast doch gehört,
was die Könige von Assur
mit allen Ländern gemacht haben.
Sie haben an ihnen den Bann vollzogen.
Und du solltest gerettet werden?
14Hiskíja nahm das Schreiben von den Boten in Empfang
und las es.
Dann ging er zum Haus des Herrn hinauf,
breitete das Schreiben vor dem Herrn aus
15und betete vor dem Herrn;
er sagte:
Herr, Gott Israels, der über den Kérubim thront,
du allein bist der Gott aller Reiche der Erde.
Du hast den Himmel und die Erde gemacht.
16Neige, Herr, dein Ohr und höre!
Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!
Höre die Worte Sánheribs,
der seinen Boten hergesandt hat,
um den lebendigen Gott zu verhöhnen.
17Es ist wahr, Herr,
die Könige von Assur haben die Völker vernichtet,
ihre Länder verwüstet
18und ihre Götter ins Feuer geworfen.
Denn das waren keine Götter,
sondern Werke von Menschenhand,
aus Holz und Stein;
darum konnte man sie vernichten.
19Nun aber, Herr, unser Gott,
rette uns aus seiner Hand,
damit alle Reiche der Erde erkennen,
dass du, Herr, Gott bist, du allein!
20Der Prophet Jesája, der Sohn des Amoz,
schickte zu Hiskíja
und ließ ihm sagen:
So spricht der Herr, der Gott Israels:
Du hast zu mir wegen Sánherib,
des Königs von Assur, gebetet.
Ich habe es gehört.
21Das ist das Wort, das der Herr über ihn gesprochen hat:
Dich verachtet, dich verspottet
die Jungfrau, die Tochter Zion.
Hinter dir
schüttelt die Tochter Jerusalem den Kopf über dich.
31Denn von Jerusalem wird ein Rest ausziehen,
vom Berg Zion ziehen die Geretteten hinaus.
Der Eifer des Herrn wird das vollbringen.
32Darum – so spricht der Herr über den König von Assur:
Er wird nicht in diese Stadt eindringen;
er wird keinen einzigen Pfeil hineinschießen,
er wird nicht
unter dem Schutz seines Schildes gegen sie anrennen
und keinen Wall gegen sie aufschütten.
33Auf dem Weg, auf dem er gekommen ist,
wird er wieder zurückkehren.
Aber in diese Stadt wird er nicht eindringen – Spruch des Herrn.
34Ich werde diese Stadt beschützen und retten,
um meinetwillen und um meines Knechtes David willen.
35aIn jener Nacht zog der Engel des Herrn aus
und erschlug im Lager der Assýrer
hundertfünfundachtzigtausend Mann.
36Da brach Sánherib, der König von Assur, auf
und kehrte in sein Land zurück.
Er blieb in Nínive.
Kv Gott lässt seine Stadt für immer bestehen. – KvGL 654,2, VII. Ton
2Groß ist der Herr und hoch zu loben ∗
in der Stadt unseres Gottes.
3abSein heiliger Berg ragt herrlich empor; ∗
er ist die Freude der ganzen Erde. – (Kv)
3cdDer Berg Zion liegt weit im Norden; ∗
er ist die Stadt des großen Königs.
4Gott ist in ihren Palästen, ∗
als sichere Burg erwiesen. – (Kv)
10Wir haben, o Gott, deine Huld bedacht ∗
inmitten deines Tempels.
11Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde; ∗
deine Rechte ist voll von Gerechtigkeit. – Kv
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
6Gebt das Heilige nicht den Hunden
und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor,
denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten
und sich umwenden und euch zerreißen!
12Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun,
das tut auch ihnen!
Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
13Geht durch das enge Tor!
Denn weit ist das Tor und breit der Weg,
der ins Verderben führt,
und es sind viele, die auf ihm gehen.
14Wie eng ist das Tor und wie schmal der Weg,
der zum Leben führt,
und es sind wenige, die ihn finden.
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Heute begegnen wir einer starken Spannung: Sanherib droht, Jesus warnt. Doch in beiden Lesungen geht es um dieselbe Frage: Wem vertraust du wirklich? Hiskija legt den Brief seiner Angst vor den Herrn hin, statt sich von ihm beherrschen zu lassen. Jesus ruft uns dann auf, nicht den breiten, bequemen Weg zu wählen, sondern den Weg, der zum Leben führt – auch wenn er schmal ist und Mut kostet.
Vielleicht kennst du das: Du bekommst eine Nachricht, die dich innerlich klein macht – eine Kritik, eine Rechnung, ein Konflikt, ein Arzttermin. Dann hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst die Angst in dir kreisen lassen, oder du kannst sie wie Hiskija vor Gott ausbreiten. Der enge Weg beginnt oft nicht mit großen Heldentaten, sondern mit einer kleinen, ehrlichen Entscheidung: „Herr, ich bringe dir das jetzt.“
- Schreibe heute einen Satz auf, der dich gerade belastet, und lege ihn bewusst vor Gott hin – am besten mit einem kurzen Gebet am Morgen oder in der Mittagspause.
- Prüfe eine Entscheidung, die du diese Woche triffst: Dient sie nur dem bequemen Weg, oder führt sie wirklich zum Leben?
- Tue ganz konkret einem Menschen etwas Gutes, das du dir selbst auch wünschen würdest – etwa eine ehrliche Nachricht, Geduld im Gespräch oder Hilfe ohne Gegenleistung.
1. Wo spüre ich gerade Angst, Druck oder Verwirrung am stärksten?
2. Welche „breiten Wege“ sind für mich besonders verführerisch?
3. Wem möchte ich heute so begegnen, wie ich selbst gern behandelt würde?
4. Was bedeutet es für mich ganz konkret, Gott meinen „Brief“ hinzulegen?
5. Welchen kleinen Schritt kann ich heute gehen, um dem engen Weg zu folgen?
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