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Jahreskreis
Lesung
aus dem zweiten Brief des Apostels Paulusan die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
7Den Schatz der Erkenntnis
des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi
tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen;
so wird deutlich,
dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.
8Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben
und finden doch noch Raum;
wir wissen weder aus noch ein
und verzweifeln dennoch nicht;
9wir werden gehetzt
und sind doch nicht verlassen;
wir werden niedergestreckt
und doch nicht vernichtet.
10Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib,
damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.
11Denn immer werden wir, obgleich wir leben,
um Jesu willen dem Tod ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu
an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.
12So erweist an uns der Tod,
an euch aber das Leben seine Macht.
13Doch haben wir den gleichen Geist des Glaubens,
von dem es in der Schrift heißt:
Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.
Auch wir glauben und darum reden wir.
14Denn wir wissen,
dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat,
auch uns mit Jesus auferwecken
und uns zusammen mit euch vor sich stellen wird.
15Alles tun wir euretwegen,
damit immer mehr Menschen
aufgrund der überreich gewordenen Gnade
den Dank vervielfachen
zur Verherrlichung Gottes.
Kv Mit Jubel ernten, die mit Tränen säen. – KvGL 443, I. Ton
1Als der Herr das Geschick Zions wendete, ∗
da waren wir wie Träumende.
2abDa füllte sich unser Mund mit Lachen ∗
und unsere Zunge mit Jubel. – (Kv)
2cdDa sagte man unter den Völkern: ∗
„Groß hat der Herr an ihnen gehandelt!“
3Ja, groß hat der Herr an uns gehandelt. ∗
Da waren wir voll Freude. – (Kv)
4Wende doch, Herr, unser Geschick, ∗
wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland!
5[ ] Die mit Tränen säen, ∗
werden mit Jubel ernten. – (Kv)
6Sie gehen, ja gehen und weinen ∗
und tragen zur Aussaat den Samen.
Sie kommen, ja kommen mit Jubel ∗
und bringen ihre Garben. – Kv
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr Frucht bringt
und dass eure Frucht bleibt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
20 kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus,
fiel vor ihm nieder und bat ihn um etwas.
21Er fragte sie: Was willst du?
Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne
in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen!
22Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, was ihr erbittet.
Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?
Sie sagten zu ihm: Wir können es.
23Da antwortete er ihnen: Meinen Kelch werdet ihr trinken;
doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken
habe nicht ich zu vergeben;
dort werden die sitzen,
für die es mein Vater bestimmt hat.
24Als die zehn anderen Jünger das hörten,
wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.
25Da rief Jesus sie zu sich
und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken
und die Großen
ihre Vollmacht gegen sie gebrauchen.
26Bei euch soll es nicht so sein,
sondern wer bei euch groß sein will,
der soll euer Diener sein,
27und wer bei euch der Erste sein will,
soll euer Sklave sein.
28Wie der Menschensohn nicht gekommen ist,
um sich dienen zu lassen,
sondern um zu dienen
und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Lesungstexte aus der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart. Via Schott-Messbuch, Erzabtei Beuron
Heute zeigt uns Gottes Wort einen Weg, der nicht nach Erfolg aussieht, sondern nach Hingabe. Paulus spricht von einem Schatz in zerbrechlichen Gefäßen: Gottes Kraft leuchtet gerade dort auf, wo unsere Schwäche sichtbar wird. Im Evangelium korrigiert Jesus den Wunsch nach Rang und Bedeutung und führt uns in die Logik des Dienens. Jakobus erinnert uns daran, dass echte Frucht oft durch den Kelch des Leidens und der Treue wächst.
Die Mutter der Zebedäus-Söhne bittet um Plätze an Jesu Seite – ein sehr menschlicher Wunsch nach Sicherheit, Anerkennung, Einfluss. Auch wir kennen das: im Beruf, in der Familie, sogar im Glauben wollen wir manchmal gesehen werden. Jesus lädt dich heute ein, den Maßstab zu wechseln: Nicht „Wie komme ich nach oben?“, sondern „Wem kann ich heute dienen?“ Ein modernes Beispiel: Wenn du in einer Besprechung bewusst jemand anderem Raum gibst, statt dich selbst in den Vordergrund zu stellen, kann genau dort Jesu Stil sichtbar werden.
- Schreibe heute Abend auf: Wo habe ich heute versucht, stark, wichtig oder unverwundbar zu wirken?
- Wähle diese Woche eine konkrete Diensthandlung: hilf jemandem still und ohne Erwähnung, zum Beispiel zu Hause, am Arbeitsplatz oder in deiner Gemeinde.
- Nimm dir mittags 5 Minuten und bete mit 2 Kor 4,7–10: „Herr, wo bin ich zerbrechlich, und wo willst du gerade dort durch mich wirken?“
1. Wo spüre ich gerade am meisten meine eigene Zerbrechlichkeit?
2. Wo suche ich heimlich Anerkennung statt Demut?
3. Wer in meinem Leben braucht heute von mir einen dienenden Blick?
4. Was bedeutet für mich Jesu Satz: „Bei euch soll es nicht so sein“?
5. Welchen kleinen Schritt kann ich diese Woche tun, um Christi Art des Dienens konkreter zu leben?
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